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mini Solaranlage, Inselanlage, HowTo u.s.w.
#1
Was lange gärt wird endlich gut. Big Grin


Na dann wolln mer mal,
in diesem Thema möchte ich euch mal mein kleines Hobby-Projekt in Sachen Solarenergie vorstellen.

Zunächst sei erst einmal gesagt, ohne jegliche Vorkenntnisse sollte man die Finger von lassen.
Auch wenn die Anlage mit "nur" 12V läuft, so sind die möglichen auftretenden Stromstärken nicht zu
unterschätzen. Auch die Tatsache das es sich um Gleichstrom handelt macht das ganze noch gefährlicher.

Jeder der schonmal an die geladene Autobatterie gelangt hat weis wovon ich rede. Wink


Also, langes Vorwort, aber ein paar Sicherheitshinweise sollten doch sein. Anfangs bin ich selbst
ziemlich naiv an die Sache gegangen und musste manche Rückschläge entgegennehmen und auch maches Mal
Lehrgeld bezahlen.

Da das ganze Thema einen einzelnen Beitrag sprengt, werde ich das Ganze hier in einzelne Kapitel
aufschlüsseln.
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#2
wo bloß der Inhalt geblieben ist? Wink
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#3
Kapitel 1

Die Planung der Anlage. ( oder: wozu das ganze überhaupt? )



Als erstes sollte man sich über die Gegebenheiten im klaren sein. Da ich hier ein kleines Neben-
gebäude zur Verfügung stehen habe ( früher mal Heuboden / Schuppen) mit einer Dachhälfte in
günstiger Süd-Lage und fast idealen Neigungswickel, bot sich das Ganze an für eine kleine Anlage.

Schon lange hegte ich den Wunsch einen vom Stromnetz unabhängigen Server zu betreiben, beim
Ausbau des Nebengebäudes kam mir dann noch die Idee die komplette Beleuchtung und evtl. später
einige andere Verbraucher ebenfalls Netzunabhängig zu integrieren.

Letztenlich entschied ich mich für eine Anlage welche ich um die 300W bedenkenlos belasten kann,
damit bleibt noch genug Luft für später "Experimente".

Die einzelnen Formeln schlüssel ich jetzt hier nicht auf, dafür gibts im Netz genügend Seiten.
Weiter gehts mit den Komponenten.
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#4
Kapitel 2

Die einzelnen Komponenten ( jetzt wirds erstmal teuer )



-die Solarpanele:

hier entschied ich mich für 4 polykristalline Panele a 100W aus den großen Auktionshaus. Auch wenn die
Teile aus China kommen, so kann man hier eigentlich nicht viel verkehrt machen. Die billig-Angebote sind
so ziemlich alle gleich gut (oder schlecht)



-der Laderegler:

Im Gegensatz zu den Panelen gibt es bei den Reglern wiederum jede Menge Mist. Wer hier spart, spart
wirklich am falschen Ende. Wichtig ist das der Regler ausreichend dimensioniert wird. Hier bei 4
Panelen a 100W heist das es können max. 33,3A Strom fliesen. Das sind aber nur theoretische Angaben,
praktisch wird dieser Wert aber nie erreicht, gerade in unseren Breitengraden. Somit habe ich mich für
einen 30A Laderegler entschieden.

Auch aufpassen sollte man welche Spannungen der Eingang vom Solarregler verkraftet. Auch wenn die Module
mit 12V angegeben sind, so erreichen sie unter Sonneneinstrahlung Spitzenwerte von über 20V. Die meisten
China-Regler schalten jedoch schon bei 17 oder 19V ab. Auch regeln diese nicht wirklich, sondern schalten
die anliegende Spannung direkt durch.

Letzendlich fiel meine Wahl auf folgendes Modell:
http://www.ivt-hirschau.de/product_info....cts_id=151

nicht ganz billig, dafür holt der aber selbst bei schwachen Lichtverhältnissen noch einiges aus den
Panelen. Integrierte Ladesteuerung und Überwachung mit Mikro-Controller pflegt zudem die Batterien und
erhöht deren Lebensdauer.



-die Batterien:

auch hier gilt: wer billig kauft, kauft zweimal. zudem sollte man sich bewusst sein das normale
Bleiakkus (Autobatterie) meist ausgasen und nich in geschlossenen Räumen verwendet werden sollten.
Ich habe mir 2 von diesen geholt:
http://www.winnerbatterien.de/autobatter...::110.html

Und das Batteriefach unterm Dach ist ausreichend belüftet, auch wenn diese nicht gasen.
Damit läuft das System auch an trüben Tagen weiter. Bis zur entgültigen Fertigstellung kommen noch
2 weitere dazu.



-Kabel und Kleinkram:

Hier kann man wieder zu günstigen Angeboten im Netz greifen, wichtig is ein ausreichend großer Querschnitt
min. 4mm² (besser 6mm²) und die Wetterfestigkeit für die Leitungen zu den Panelen. die Panele werden meist
mit standarisierten Steckern ausgeliefert, die kosten auch nicht viel. Nur ein Lötkolben mit ordentlich
Bums ist nötig um diese mit den Kabeln zu verbinden.

Batterieklemmen gibts auch zu hauf im Netz und bei den Sicherungen/Sicherungsträgern sollte man im KFZ-Bereich
schauen. Als alter Trabbi-Bastler konnte ich hier zum Glück auf meine Bestände zurückgreifen. Wink

demnächst Anwendungsbeispiele und Bilder ...
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#5
schickes Projekt, das wäre mal zu überlegen etwas ähnliches zu bauen. Hast du schon Erfahrungswerte gesammelt? sprich wie lange die Batterien halten oder wie lange man zum laden braucht? oder wie stabil die Stromversorgung darüber ist?

Wandelst du irgendwo auf Hausüblichen Wechselstrom? habe in deiner Liste keine Wandler gesehen.

eine frage, gibt es irgendwelche Gesetzlichen bestimmungen bis zu welcher größe man solche anlagen bauen darf? Ich meine gibt es ab einer bestimmten größe eine Einspeisepflicht? Ich kan mir vorstellen das es sowas in Deutschland gibt denn hier wird ja gerne versucht alles zu regulieren :whistling: . Ich weis z.B das man bei Wasserkraft immer einspeisen muss (hatte ich irgendwo mal gelesen)

ein paar Fotos von der Anlage wären schick Smile
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#6
Ich bräuchte irgendsowas mal für die Kellertrocknung... Smile
Ich weiß aber nicht, ob ein Entfeuchter mit schwankenden Spannungen zurecht kommen würde... das müsste ein ganz Simpler, ohne jede Regelung sein.
=> wenn Strom da, dann entfeuchte... Big Grin

Dass das nicht alles ganz so einfach ist, ist korrekt! Wink
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#7
@hgw

ich denke das mit der Einspeisepflicht ist dann bei den richtigen Hausanlagen und größer die mit Förderung gebaut wurde.
Solange ich mich nur selbst versorge,das ganze vom öffentlichen Netz getrennt ist und ich die Anlage selbst bezahlt habe,
sollte es eigentlich keine Probleme geben.

@Jochen

ganz ohne Regelung? Hol dir nen ganz großes Brennglass, da kannst du die Sonnenenergie direkt zur Trocknung nutzen Big Grin
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#8
Kapitel 3

das Ganze in Aktion


erstmal vorweg: die Anlage soll nicht das Hausnetz ersetzen. Primäres Ziel ist der
Webserver und die Beleuchtung. Was später noch dazukommt wird die Zeit zeigen. Wink

Der Einfachheit halber habe ich mich dazu entschieden alles erstmal auf 12V zu bauen.
Da alles fest installiert ist benutze ich dabei auch keine flexiblen Litzenkabel wie
man es tun sollte wenn man das ganze ins Wohnmobil oder so einbaut. Bis auf die
Hauptleitungen beteht also alles hier aus ganz normalen Kupfer-Verlegekabel (1,5mm²).

Da die einzelnen Verbraucher hier auch nicht viel Strom benötigen ist das ganze kein
Problem, sollte man jedoch vorhaben starke Verbraucher (Wasserkocher oder so ... )
anzuschliessen, sollte unbedingt eine größerer Leitungsquerschnitt genommen werden.

Hier mal mein Batteriefach. Der Sicherungskasten (links) stammt aus einem Trabbi, als
Haupsicherung habe ich eine 25A drinn und die abgehenden Stränge sind einzeln mit
jeweils 8A abgesichert.

[Bild: image002.jpg]


daran hängen momentan ein paar Spot's, eine Lichterkette und der Webserver. Die
Einbauspots sind ganz normale mit G1 Stiftsockel. Dafür gibts passende
LED-Leuchtmittel von 1,5 bis 4 Watt die sich direkt an die 12V anschliessen lassen.
Die Teile bringen gutes Licht, sind verpolbar ( +/- egal) und entwickeln vor allem
nicht soviel Hitze wie die orginalen Halogener. Ich hab mir nen 10er Pack für knapp
7 Eur (inkl. Versand) bestellt und kann für den Preis nicht meckern.

Die Lichterkette kam orginal mit einem 12V-Netzteil, das habe ich einfach weggelassen
und das ganze direkt angeknüppert. Auf die genauen 12V sollte man sich dabei auch nicht
versteifen. Die Anlage läuft bei Sonnenschein mit fast 14V und geht bei Nacht selten
unter 12V.


weiter im nächsten Post ...


Angehängte Dateien Thumbnail(s)
   
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#9
Ah Interessant :-) also wenn man 230V braucht dann müsste nur ein Handelsüblicher Wandler für das Auto dran und schon sollte auch ein Luftenfeuchter mit betrieben werden können. @Jochen, Ich könnte mir vorstellen das man ein Anlage mit 2-3 Batterien aufbaut die am Tag geladen und sobald genug Saft da ist vom Entfeuchter entladen werden kann Wink Der Entfeuchter läuft dann solange bis die Batterien leer gesaugt wurden. Sprich an sonnigen Tagen, kann der Entfeuchter den ganzen Tag bis in die Nach laufen, bis dann eben irgendwann die Batterien aufgeben. Weis bloß nicht ob es so gesund für die Batterien ist wenn die jedes mal stark beansprucht werden.

Für mich wäre so ein Anlage auf jeden Fall interessant, da ich hier am Tag locker 7 Stunden volle Sonne habe und so meinen Luftentfeuchter (zieht im Betrieb ca. 300W) darüber laufen lassen könnte. Aber letzten Endes ist das alles nur Just4Fun denn wenn du mal gegenrechnest was so eine Anlage in der Anschaffung kostet (@Amiga kannst du eine grobe Kostenaufschlüsselung machen was die Anlage bisher gekostet hat?) und dann mal überlegst wie viel Strom du damit verbrauchen könntest sind die Anschaffungskosten eigentlich schon zu hoch. Vor allem da man ja auch rechnen muss das die Batterien irgendwann ersetzt werden müssen was wieder extra Kosten verursacht (By the way, wie lange halten die Batterien bis man sie ersetzen muss?).

Grüße Georg
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#10
Wäre doch mal n Projekt, aber ich würde max. eine kleinere Pufferbatterie nehmen, da der Strom sofort abgenommen werden könnte und nicht un Unmengen vorliegen muss.
Quasi könnte ich mir vorstellen, die Stromabnahme nur auf Zeiten mit Sonne zu begrenzen, bzw. die Batterie auf 1/2 ihrer Kapazität zu entladen, denn dann steckt die das gut weg und es tut ihr sogar gut.
Auch eine Wiederinbetriebnahmeregelung bei voller Batterie wäre nötig...
Also donnert der Trockner quasi nur los wenn die Sonne scheint, oder bei Bewölkung genug Saft in der Batterie gelandet ist und generell kurzzeitig Wolken werden von der Batterie abgefangen.

Gibts günstige Einzelmodule mit 300-400W?
Denn der Trockner verbraucht ja nur ca. so viel?
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